Monthly Archive for Oktober, 2009

Tendenz: Zweitverein.

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Gefangen im Netz aus Gewohnheit und Sucht ist es mir noch immer nicht möglich, meine Fußballbedürfnisse auf DFL-Zeit umzustellen. Schon Sommer- und Winterzeit fallen mir jedes Mal schwer, aber ein fußballfreier Sonnabendnachmittag entspricht ebensowenig meinem Biorhythmus wie ein Freitagabendspiel.

Umgekehrt bin ich spielklassenunabhängig in der Lage, reflexartig stehenzubleiben, Partei und ein Geländer zu ergreifen, sobald irgendwo in Sichtweite ein Ball rollt. Ich verlange Grillgut und Brausebier und kann erst wieder gehen, wenn der Schiedsrichter dreimal gepfiffen hat.

Oh, kucke mal, da drüben spielen sie Fußball! Fährste kurz rechts ran? Wie heißt´n dit Dorf eigentlich? Ach wat, ist doch egal.

Genauso, wie ich trotz Sommerzeit auf ungeklärte Weise noch immer den Weg ins Büro gefunden habe, seh ich mir auch Union zur Unzeit an, montags, freitags und an Sonntagen zum Frühstück – man hat ja doch keine Wahl. Aber ein bißchen ist es wie ohne Hunger essen, bloß, weil Miracoli grad fertig ist und einer Toffifee ins Spiel bringt. Vielleicht lässt sich das trainieren, dem Vernehmen nach gewöhnt sich so´n Körper an allerhand, sogar an Schichtdienst, Weihnachtsvöllerei, Milchnudeln (Milchnudeln!) und Fußball um 20:15 Uhr.

Ab und an muss man seinen Freund, den Körper, aber auch einfach mal lassen, wie er will. Wellness. Vitamine. Oder eben gepflegter Samstagnachmittagfußball. Lichtenberg 47 im Hans-Zoschke-Stadion.

Unsinnig wäre die Behauptung, in der sechsten Liga sei die Fußballwelt noch in Ordnung. Bei Lichtenberg 47 wurde lange Zeit darüber gestritten, ob man das Stadion in “HoWoGe-Arena Hans Zoschke” umbenennen möchte oder nicht. Die Verantwortlichen haben sich dafür entschieden, die Namenstafel wurde heute enthüllt. Der Unterschied zu nach Banken benannten Erstligastadien ist aus meiner Sicht neben der regionalen Beschränkung vor allem das soziale Engagement beider Vertragspartner, das deutlich im Vordergrund steht. Ein politisches Zeichen in die richtige Richtung zudem, dass der Name Hans Zoschke beibehalten wird. Das ist letztlich eine interessengerechte Lösung für eines der liebenswertesten Fußallstadien Berlins.

Aber was hatte ich da jetzt gleich nochmal gewollt? Tafel enthüllen? Nee. Torwandschießen? Das wüsst ich. Drachenbasteln? Knapp daneben. Ach, richtig: Fußball.

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Rotweiße gegen Weißrote. Das denkbar bezauberndste Publikum bestehend aus sämtlichen Schiebermützenopas Berlins plus fünf Jungs, die woanders Ultras geworden wären. Allerfeinste, von Herzen kommende Schiedsrichter- und Spielerbeleidigungen. Sowas können überhaupt nur Schiebermützenopas. “Ick bin ausjerutscht, wat kann ick denn dafür” wird sich spielerseitig entschuldigt.

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Wer den Rasen gesehen hat, weiß, dass der Mann in der Tat nichts dafür konnte. Zwei Elfmeter, davon einer verschossen. Zweikämpfe auf dem Platz, dem Ringkampf nicht ganz unähnlich, Spucken, Treten, Trikotzerren inbegriffen. Ein flaschewerfendes, pöbelndes 70jähriges Rumpelstilzchen, das sich als personalsorgengeplagter Trainer der Mannschaft aus Spandau entpuppte. Gelbrote Karte. Rumpelstilzchen so: “Wat hast´n jemacht?” – und der Trikotzupfer “Weeß ick do nich.”

Aber so wüst das klingen mag: ich habe fernab der Eleganz einen sehr schönen Fußballnachmittag verbracht. Ich glaub, das mach ich öfter.

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Nicht das Frankfurt, aber auch nicht das andere

Am Freitag geht es gegen Frankfurt. Nein, nicht gegen die Eintracht. Auch nicht gegen Vorwärts. Der FSV Frankfurt kommt. Bisher gab es gegen die Mannschaft noch kein Pflichtspiel. Man kennt sich nicht. Darum findet der Frankfurter Geschäftsführer Bernd Reisig auch, dass wir “kein normaler Aufsteiger” sind. “Unglaubliches Potential” sieht er in Berlin-Köpenick, den Verein “in absehbarer Zeit um den Aufstieg in die 1. Bundesliga mitspielen”. Auch Trainer Boysen überschätzt den 1. FC Wundervoll ein wenig, wenn er meint, nachdem er vom Betonrührvorhaben seiner Elf sprach, “es werden sicher wieder bei 20.000 Zuschauer zu erwarten sein”. ‘Nen feuchten Pup im Schlüpper, würde Herr Mööp sagen.

Richtig ist, dass die Jungs in rot-weiß am Freitag Abend das Spiel machen dürfen und es sicherlich viel Geduld benötigt. Und wir werden gespannt sein, wen Trainer Neuhaus als Sechser aus dem Hut zaubern wird, wenn Younga-Mouhani seine 5. gelbe Karte auf der Tribüne absitzt. Dort wird sich auch der neugebackene amerikanische Botschafter samt Sicherheitspersonal die Ehre geben. Passend zur aktuellen Diskussion um das Verhältnis Medien und Verein brachte Neuhaus bei der Nachfrage nach erhöhten Sicherheitsmaßnahmen noch: “Es war erst angedacht, die Journalisten ganz fernzuhalten. Da habe ich mich mächtig gegen gewehrt.” (Min 10:30).

Egal. Gegen eine Mannschaft, die auswärts bisher nur ein Tor geschossen und noch keine Punkte geholt hat, muss ein Sieg her. Projekt Klassenerhalt.

Die mediale Sicht auf den eisernen Vorhang

Zur Diskussion um die Zusammenarbeit zwischen Medienvertretern und Verantwortlichen des 1. FC Wundervoll hat sich gestern im Fanforum der freie Journalist Matze Koch zu Wort gemeldet. Wir haben den Beitrag um bestimmte Forenbezüge gekürzt, damit er auch alleinstehend verständlich ist. Bisher wird diese Diskussion von Vereinsseite leider nicht offen geführt. Vielleicht ändert sich das in Zukunft. Schön wäre auch, wenn Matze Koch für seine Offenheit keine Probleme in der weiteren Arbeit entstünden. Denn er hat schließlich keine Redaktion hinter sich stehen.

[...] Das Verhältnis zwischen der sportlichen Leitung des Vereins und den Medienvertretern Berlins ist in der Tat seit Monaten angespannt. Beide Seiten wollen ihren Job so gut wie möglich machen. Aber hier prallen inzwischen ziemlich festgefahrene Sichtweisen aufeinander. Der Trainer und der Sportdirektor glauben, die Mannschaft für den Erfolg so weit wie möglich abschirmen zu müssen. Sie entscheiden auch über den Kopf der Akteure hinweg, wenn es um Interviews oder Fotowünsche geht. Der Trainer ist im letzten Jahr immer misstrauischer geworden. Sicher gibt es bisweilen dazu Anlass. Aber nicht hinter jedem Artikel oder Gespräch am Trainingsplatz steckt eine Intrige.

Man fühlt sich als Medienvertreter fast schon wie ein Staatsfeind. Beim Training wird man von bis zu drei Vereinsmitarbeitern der Presseabteilung „bewacht“. Bei Gesprächen mit den Spielern stehen Vertreter der Presseabteilung Unions in der Regel daneben und greifen sogar verbal ein. Das zeugt von wenig Vertrauen zu den Medienvertretern (und den eigenen Akteuren) und ist in der Branche keinesfalls die Regel, nicht mal bei Spielen der deutschen Nationalelf.

Ein Problem ist auch, dass von der Presseabteilung des 1. FC Union niemand die andere Seite kennt. Weder Christian Arbeit noch Matthias Marek waren Journalisten. Sie haben nur wenig Ahnung davon, wie wir ticken oder welche Zwänge ein Redaktionsschluss um 18 Uhr für die überregionalen Ausgaben von Kurier, B.Z. oder Tagesspiegel mit sich bringt. Die von der sportlichen Leitung beschlossene Linie wird damit aus meiner Sicht zu wenig hinterfragt.

Wenn 14 Tage lang kein Pflichtspiel ansteht, kann es für die „bunten“ Zeitungen doch auch mal eine bunte Geschichte geben. Was ist daran schlimm, wenn sich Spieler X mit seiner Familie auf dem Funkturm ablichten lässt und Spieler Y im Beisein eines TV-Teams im Tierpark Giraffen füttert? Im Boulevard muss es menscheln. Der Sportdirektor sagte schon mehrfach, dass man auch mal was genehmigen wird. Bis jetzt gab es leider nichts.

Möglichweise würde die eine oder andere bunte Geschichte dann auch kritische Stories aus den Blättern drängen. Doch man sollte sich von der Annahme trennen, dass die Medienvertreter bloß zu Union kommen, um im Dreck zu wühlen. Gesucht wird immer nach der News und interessanten Dingen, die sicher auch für den Verein unliebsame Geschichten ergeben können.

[...] Fakt ist jedoch, dass es Mosquera inzwischen sechs Tore geschossen hat und fast nie zitiert wird. Das passiert aber nicht, weil die Journalisten zu faul sind, sondern weil John bei Heim- und Auswärtsspielen bis zum Aachen-Spiel bewusst nicht in die Mixedzone gelassen wurde. Aus Union-Sicht sei sein Deutsch zu schlecht, hieß es beispielsweise.

Das führt dazu, dass nach Spielen inzwischen fast kein Journalist mehr nach John fragt. Ich behaupte mal, dass dies bei vergleichbar treffsicheren Goalgettern in den höchsten Ligen Europas ein einmaliger Vorgang ist. Und er führt zu einem Kuriosum: Am Montag sprach Christian Arbeit seine Verwunderung aus, dass in Aachen niemand nach John gefragt hätte. Diesmal hätte Union ihn bei Bedarf in die Mixedzone geschickt…

Gerade im Fall Mosquera fühle ich mich persönlich betroffen, dass man ihn nur unter größten Schwierigkeiten ansprechen kann. Hätte ich am 4.7. 2007 noch einen Trainer, Sportdirektor oder Funktionär um Erlaubnis befragen müssen, bevor ich den ohnmächtigen Mosquera in die stabile Seitenlage geschoben und seinen Kopf überstreckt habe, würde John vielleicht immer noch im Gras von Wesendorf liegen. [Gemeint ist dieser Vorfall d.Red]

[...] Unabhängig davon werde ich auch in Zukunft meine Meinung bei Union sagen. Wenn das mit einem Fettnapf verbunden ist, bitte. Und ich habe auch damals, sicher nicht im besten Ton, die schlechten Arbeitsbedingungen bei Union kritisiert. Und damit meinte ich nicht die Sitze im Stadion oder die Brötchen bei der Pressekonferenz.

[...] Vielleicht ist die Zeit für eine Annäherung von Medien und Verein gekommen. Bei einem Thüringer Fußballverein findet regelmäßig ein Spielchen zwischen Journalisten und Funktionären/Trainern mit anschließendem Bratwurstessen statt. Ein Turnier in der neuen Union-Halle zu Weihnachten tut es vielleicht auch. Tecee kann dann ja notfalls mit dem Mikro eingreifen.

P.S.: So, das lag mir einfach mal auf der Seele. Sachliche Kritik und Hinweise nehme ich gern entgegen.

Matze Koch (Freier Sportjournalist und Fotograf)

Nüchtern betrachtet: Der 10. Spieltag

Bergfest. Nach bereits zehn Spieltagen hat der 1. FC Wundervoll die Hälfte seiner Pflicht in der Tasche: 20 Punkte. Das Projekt Klassenerhalt ist auf einem guten Weg. Und das sehr unaufgeregt. So unaufgeregt, wie zum Beispiel Trainer Uwe Neuhaus zwei unserer drei Oldies gegen Aachen auf die Bank setzte. Bemben musste Rauw Platz machen und Gebhardt blieb für Parensen draußen. Die Kapitänsbinde übernahm mit Younga-Mouhani der letzte AlteMohikaner.

Dass aus einem eher durchschnittlichem ein amüsantes Spiel aus rot-weißer Sicht wurde, daran hatte Aachen Torhüter Stuckmann einen gehörigen Anteil. Als Dribbelkönig wird er wohl nicht mehr berühmt werden. Aber auch Glinker sah unglücklich beim Aachener Tor aus. Allerdings kein Torwartfehler. Mosquera war giftig und mit zwei Treffern und einer Vorbereitung ganz entscheidend am Erfolg beteiligt. Im Gegensatz zur schludrigen Chancenverwerung der letzten Spiele zeigte sich Union effektiv. Schlechte Nachricht zu Beginn des Spiels als sich auf Aachener Seite unser ehemaliger Spieler Florian Müller schwer verletzte und ausgewechselt werden musste. Diagnose: Kreuzbandriss. Gute Besserung!

Aachener TSV Alemannia 1900 – 1. FC Union Berlin 1:4 (0:2)

0:1 Mattuschka (34.)
0:2 Mosquera (44.)
1:2 Demai (65.)
1:3 Stuff (78.)
1:4 Mosquera (90.)

Gelbe Karten: Demai, Herzig, Kratz – Younga-Mouhani (5), Sahin (1)

Zuschauer: 26.050

Die linke Seite mit Kohlmann und Parensen zeigt sich wie schon mehrfach in dieser Saison sehr sicher. Vor allem Parensen mit schnellen Antritten, die Aachens Hintermannschaft vor Probleme stellten. Wie flexibel diese Aufstellung ist, zeigte sich beim Wechsel, als Sahin für Kohlmann kam. Parensen rückte nach hinten auf die Linksverteidigerposition und Sahin nahm seinen Platz ein. Rauw zeigte eine ordentliche Leistung auf der rechten Seite. Mannschaftsdienlich holte Younga-Mouhani seine fünfte gelbe Karte ab und fehlt damit im Heimspiel gegen den FSV Frankfurt. Mal sehen, wie der Trainer die Mannschaft dann aufstellt. Vielleicht mit Rauw als Sechser und dann Bemben oder Schulz als rechte Verteidiger. Unser ehemaliger Kapitän Daniel Schulz kam in Aachen am Ende übrigens zu seinen ersten Zweitligaminuten.

Noch ein paar letzte Worte dem Schiedsrichter Robert Hartmann hinterher. Am Anfang ahndete er ein Handspiel eines Aachener Verteidigers am Boden nicht. Dass sein Assistent beim letzten Spiel übersah, dass der Ball klar im Aus war, lag nicht an ihm. Allerdings hätte er das Spiel unterbrechen müssen, da Aachens Torhüter Stuckmann einen zweiten Ball ins Spiel brachte. Zu diesem Zeitpunkt hatte er völlig die Übersicht verloren. Gut, dass der Treffer keinen Einfluss auf den Ausgang des Spieles hatte.

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Texttonvergehen: Wir gegen Alemannia Aachen

Wenn es einen Wettbewerb für merkwürdige Tore geben würde, hätte es allein aus dem gestrigen Spiel des 1. FC Wundervoll im neuen Aachener Tivoli Kanidaten für die ersten drei Plätze gegeben. Die Tore waren natürlich Thema beim aktuellen Podcast, an dem fünf Menschen und zwei Hunde beteiligt waren. Er ist etwas länger geworden:

00:00 Das Spiel in Aachen
33:20 Unsere Zweete
40:56 Duelle mit dem BFC Dynamo bzw. Ostmannschaften im Allgemeinen

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Auf Anregungen vom letzten Mal hin sind zwei Mal Fangesänge als Trenner benutzt worden. Damit man den Unterschied hört, wurden auch die regulären Musiktrenner eingesetzt. Was gefällt besser? Auch über sonstiges technisches und inhaltliches Feedback freuen wir uns.

Nüchtern betrachtet: Der 9. Spieltag (Update)

Montag Abend. Flutlicht. Aber ansonsten so familienkompatibel und fanfreundlich, wie sich das die DFL vorstellt. Soll man doch schließlich lieber vor dem Televisor sitzen, wie die Jungs hier drüben. Mehr werde ich nicht mosern, denn der 1. FC Wundervoll ist sehr stark auf diese TV-Gelder angewiesen.
Toll war das Spiel. Vielleicht nicht vom Ergebnis her. Aber die Mannschaft hat sich nach einer verkorksten ersten Hälfte, in der gar nichts zusammenging, noch einmal aufgerafft. Unser Problemkind wird mehr und mehr die Abwehr, wobei da natürlich die Verhältnisse gewahrt bleiben müssen. Die zweite Liga ist eben auch eine Leistungsklasse höher und mit Fürth kam auch eine Spitzenmannschaft. Trotzdem schauderte es dem einen oder anderen bei den beiden Gegentoren, die jeweils nach Standards fielen. Das bedeutet, dass die Zuordnung nicht stimmte. Zusätzlich stellt sich auch die Frage, warum unsere nicht gerade kleingewachsenen Abwehrspieler in der ersten Halbzeit kein Kopfballduell gewinnen konnten. Es bleibt also Arbeit für den Trainer. Wobei sich die Auswahl für das Spiel am Sonntag in Aachen reduziert. Vier Spieler gingen aus dem Montagsspiel mit Verletzungen: Patrick Kohlmann, John-Jairo Mosquera, Kenan Sahin und Shergo Biran. Wobei es letzteren mit einer Schultereckgelenksprengung besonders schlimm erwischte. Einen Wunsch für das Spiel gegen Aachen? Mal wieder zu Null Spielen.

1. FC Union Berlin – SpVgg Greuther Fürth 1:2 (0:2)

0:1 Mauersberger (9.)
0:2 Nehrig (20.)
1:2 K. Sahin (57.)

Gelbe Karten: Younga-Mouhani (4), Gebhardt (3), Mattuschka (2) – N. Müller, Fürstner, Schröck

Zuschauer: 14.150

Uwe Neuhaus schickte die gleiche Aufstellung wie gegen Duisburg auf den Platz. Kurz nach der Pause wurde doppelt getauscht. Für Benyamina und Gebhardt kamen Biran und Sahin. Auffällig ist, dass Neuhaus gegen Fürth Bemben durchspielen ließ, anstatt Rauw zu bringen. Bemben hatte gegen die schnellen Fürther das eine oder andere Problem. Jan Glinker hatte als Torhüter eine Aktie am zweiten Gegentor, als er nicht aus dem Tor kam, um die durch den Fünfmeterraum segelnde Flanke zu entschärfen. Dafür zeigte er danach gute Aktionen.

Noten_09_c

Die fehlenden Noten ergeben sich aus dem für Printmedien ungünstigen Spieltermin und werden noch ergänzt. Außerdem erwarte ich noch Zensuren vom Notenörgler.
Update (22.10.2009 16:30): Die Noten vom Kicker sind drin.
Update (26.10.2009 19:43): Die Noten der Fuwo sind drin.

Texttonvergehen: Wir gegen Greuther Fürth

Dieses Mal hat alles geklappt. Technisch gesehen. Im Spiel gegen Fürth leider nicht. Das war eine 1:2 Niederlage. Zuhause.

Bei einem Bier in der Margarete F besprachen Robert und ich dieses Mal zu zweit das Spiel.

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Ein Dank geht noch einmal an Jürgen Kalwa, der uns zusätzlich zum Titeltrack noch eine Trennmusik zur Verfügung gestellt hat. Zum vollendeten Glück fehlt jetzt noch ein Logo für den Podcast. Wenn das da ist, gibt es auch einen iTunes-Feed und einen normalen RSS-Feed für den Podcast.

Anpfiff

Für Aufregung sorgt ein Satz aus dem Bericht der Bild zum Spiel gegen Fürth:

Die schwächste Union-Halbzeit in der Alten Försterei in dieser Saison wird von den Fans mit Pfiffen quittiert.

Mal davon abgesehen, dass die Pfiffe dem Gegner und dem Nichtheimschiedsrichter Drees galten, kommt einem aus zweierlei Gründen die Galle hoch. Es ist ungeschriebenes Gesetz in der Alten Försterei, dass die eigene Mannschaft nicht ausgepfiffen werden soll. Viel schwerer wiegt allerdings die Tatsache, dass diese LügeFehlinterpretation aus der Feder desjenigen stammt, der Union seit geraumer Zeit das “Projekt Durchmarsch” andichten möchte.

Nüchtern betrachtet: Der 8. Spieltag

Ist schon lange her. Der 1. FC Wundervoll in Duisburg. Am Vorabend des 3. Oktober. Warum darauf herumreiten? Weil es in Deutschland üblich ist, dass die Journalisten (theoretisch) am Vortag eines Feiertages frei haben, da am Feiertag selbst keine Zeitung erscheint. Die Kollegen Sportjournalisten arbeiteten trotzdem am Freitag. Am Sonnabend erschien allerdings keine Zeitung, obwohl genug Zeitungsläden in Berlin geöffnet hatten. Am Sonntag hatte der Berliner Kurier seine Noten in der Ausgabe. Für die BILD am Sonntag ist Union nicht wichtig genug und die BZ erschien erst am Montag wieder. Dann mangels Aktualität aber ohne Noten. Anders absurd: In Russland zum Beispiel erscheinen am Feiertag Zeitungen, aber am darauffolgenden Tag nicht. Wegen Feiertag.

Zum Spiel:

MSV Duisburg – 1. FC Union Berlin 3:1 (1:0)

1:0 Larsen (28.)
2:0 Larsen (48.)
2:1 Biran (82.)
3:1 Larsen (84.)

Gelbe Karten: Tiffert – Göhlert (1), Benyamina (1), Dogan (3)

Zuschauer: 12.017

Der einzige Wechsel bei Union war Dogan, der nach seiner Verletzung wieder in der ersten Elf stand. Parensen dafür auf der Bank. Bemben leitete mit einem katastrophalen Rückpass das 1:0 ein. Das und ein dreifacher Larsen bleiben vom Spiel in Erinnerung. Und eine Überschrift, die Mathias Bunkus vom Berliner Kurier dichtete: “Leben und leben larsen …”

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Ein Dank geht an Michael Kranz von der BZ, der die unveröffentlichten Noten per E-Mail schickte, und an Klaus-Dieter Vollrath von der Bild, der zwar keine Noten vergeben hatte, aber ebenso schnell antwortete.

Nachlizensierung durch die DFL

Die Süddeutsche Zeitung und dort speziell Hans Leyendecker haben seit einiger Zeit die Finanzen und die dazugehörige “Architektur” des FC Schalke 04 im Visier. In einem heutigen Text geht es um die Nachlizensierung durch die DFL. Dies betrifft knapp 20 Vereine von den insgesamt 36 Klubs der DFL. Namentlich nennt die Süddeutsche allerdings neben dem FC Schalke 04 nur den 1. FC Union.

Zunächst wird sich also die DFL mit dem Wirtschaftsfall Schalke beschäftigen. Bis Ende des Monats muss der Verein Unterlagen vorlegen. Auf den ersten Blick ist das nicht dramatisch, weil diesmal rund 20 Vereine der ersten und zweiten Liga nachträglich inspiziert werden. Darunter befindet sich beispielsweise Union Berlin. Bei genauerem Hinsehen könnten die Prüfer in dem Finanz-Geflecht der Schalker von Sicherheitskonten, Anleihen und Krediten auf manche Überraschung stoßen.

Nach der Trennung vom SponsorInvestor ISP wurde eine Nachprüfung bereits angekündigt und ist deshalb keine besondere Überraschung. Wichtig zu wissen wäre allerdings, ob es stimmt, dass die Gelder der ISP keine Rolle bei der Lizensierung gespielt haben. Das ist die offizielle Aussage des Vereins.

Der 1. FC Union Berlin hat die Deutsche Fußball Liga vorab über diesen Schritt informiert. Der Spielbetrieb des Vereins in der laufenden Saison bleibt davon unberührt, da die im Lizenzierungsverfahren eingereichte Etatplanung den ISP-Vertrag nicht beinhaltete.

Es müssen ja nicht konkrete Einnahmen von der ISP in den Lizenzunterlagen angegeben worden sein. Das ist schon aus dem Grund nicht möglich, dass der Vertrag erst nach Abgabeschluss der DFL-Lizenzunterlagen unterzeichnet wurde. Aber es wäre schon beruhigend, wenn man wüsste, ob überhaupt Angaben zu einem möglichen Hauptsponsor gemacht wurden und mit welchen Zahlen dort gerechnet wurde. Dann könnte man die Aufwertung des Engagements von kfzteile24 besser einschätzen.

Update: Matze Koch, freier Journalist, schreibt dazu:

Union-Sprecher Christian Arbeit hatte aber wohl deswegen keine Schweißausbrüche. Auf Nachfrage bestätigte er zwar eine Nachprüfung zum 31. Oktober. Doch diese sei als Bestandteil des Lizensierungsverfahrens im Frühjahr 2009 völlig planmäßig.