Monthly Archive for August, 2008

You´re no one if you´re not on twitter.

Bitte ankucken und selber Zusammenhänge herstellen! (Denkt fetzt urst.)

(Ja-ha! Bloggen und twittern und myspacen und bleepern und blippen und gruscheln und scrobbeln … ist öffentliche Bauchnabelpiercingbeschau. Selbst wenn es vordergründig um, sagen wir mal: Fußball geht. Man stellt sich hin, vor dieses Internet, wie Cristiano Ronaldo vor´s Tor, so cowboymäßig, kuckt gar nicht richtig und sagt aber: Ick kann dit. Ick hab da Ahnung von. Kann klappen, muss aber nicht. Wenn allerdings nur einer von zehn Blogeinträgen gut ist, hat es sich gelohnt, darauf hin gearbeitet zu haben. Internet ist doch ein einziges Trainingsgelände, wenn nicht sogar ´ne Mehrzweckhalle. Da kann man durchaus mal unter dem nick Ernst-Kuzorra-seine-Frau-ihr-Stadion auf blip.fm die Allgemeinheit mit Fußballhymnen lärmbelästigen beglücken. Zweifelt ja auch keiner an der Sinnhaftigkeit von Lego-Steinen. Spielen ist wichtig. Spielen muss sein.)

Ein Stürmer muss tun, was ein Stürmer tun muss.

Nico Patschinski. Kann man ernsthaft etwas über einen Menschen schreiben, dem man alle  zwei Wochen aus einer Entfernung von im günstigsten Fall 50 Metern bei der Berufsausübung zusieht? -Manche sagen so, andere sagen so, und welche sehen sich sogar imstande, dies hier

Oh nun Lob ihn mal nicht so zu Himmel!! Hat drei Tore gemacht gut und schön ist ja nicht umsonst Stürmer ist seine Aufgabe, aber sonst wer nicht viel zu sehen von Ihm!!

[dj_mike1979, Unionforum]

zu äußern. (Die Tippfehler sind samt und sonders handgemacht, allerdings nicht von meinen Händen.) Es entzieht sich meinem Verständnis, was mit “nicht viel von ihm zu sehen” gemeint sein könnte, drei Tore später. Gäbe er morgen  ein kurzweiliges Interview, sänge in der Kabine das Lied vom rotweißen Teddybären oder ließe sich an einem türkischen Strand mit Unionschal fotografieren, wäre vermutlich ausreichend viel von ihm zu sehen, selbst wenn er nicht mal auf die Bank zu sitzen käme.

Patsche ist der Typ mit den lustigen Haaren, den lustigen Bärten, den lustigen Sprüchen.

Patsche ist der Typ, der mit keinem redet, am Rand steht, den Jubel nicht teilt.

Ja, was nu?

Tatsächlich ist Nico Patschinski ein Mensch, den ich gerne mal kennen lernen möchte. Um anschließend nicht darüber zu berichten.

Nur für kurze Zeit.

Es gibt ja soviel Wissenswertes über …

Nee, schon wieder falsch – nicht um Erlangen, um Jena sollte es gehen in diesem Beitrag:

 Die thüringische Universitätsstadt hat viele berühmte Söhne und Töchter hervorgebracht. Einer davon wurde sogar über die Grenzen Ostthüringens hinaus bekannt: Klaus Renft, der Gründer der gleichnamigen Combo. Allerdings erreichte sein Ruhm noch nicht die Rechtschreibkontrolle von Word.

Worauf  ich hinaus wollte: Der Lupo ist wieder da, und wie es sich gehört & und auch andernorts gerne gesehen wird, gibts Städtebashing vom Allerfeinsten, für  Auswärtsfahrer und solche, die es werden wollen. Das Einzige, was zu meinem Bedauern nicht vorkommt in jenem bezaubernden, herzwärmenden Drittliga-Reiseführer, ist Erlangen. Erlangen spielt nämlich gar nicht in der Dritten Liga. Wissenswertes über Erlangen gibt es trotzdem und viel – behauptet zumindest Max Goldt  (“Ameisen haben keine Ahnung, was in einem Menschen vorgeht.”) , und er hat schon so manches Mal Recht behalten.

Wo liegt eigentlich … ?

Nee, nicht Hoffenheim. Schöneiche! Wo liegt eigentlich Schöneiche? Es soll da sehr hübsch sein, erzählt man sich. Angeblich gibts auch´n Fußballverein. Ich war noch nie dort. Betriebsausflug, anyone? Bißchen Oberliga kucken? Hatten wir ja länger nicht ;)

Komplett mit Schnick und Schnack.

Ach, heute – heute mach ich mal Schnickschnack: livebloggen. Hab ich noch nie. Freundlich unterstützt vom OFC-Fanradio , dem Union- Liveticker sowie Bild- und Wortgetwitter von kickersofc.

12:50 So siehts aus am Bieberer Berg und um den Bieberer Berg drum herum http://twitpic.com/7w1s (sowas darf man eigentlich nur Ulm betreffend sagen)

13:29 Ich weiß nicht, was ich anziehen soll http://twitpic.com/7w4w

13:46 Im Stadion läuft TNT von AC/DC – ick bin begeistert vom Fanradio …

13:49 Und so siehts innendrinne aus http://twitpic.com/7w5z

13:50 Unsere Fahnen werden laut vorgelesen – die Hammer-Heroes heißen allerdings “Hammerhaie” -…  ich mein ja bloß ;)

13:52 Die Aufstellungen, uns: Glinker – Bemben, Göhlert, Ruprecht, Kohlmann – Bönig – Dogan, Younga Mouhani, Gebhardt – Benyamina, Biran

13:54 Der OFC: Wulnikowski – Huber, Banouas, Hysky, Damm – Haas, Kokocinski – Zinnow, Baier, Fröhlich – Mesic

13:55 Tach, Herr Wulnikowski!

13:57 Ick bin uffjereecht – … heijeijei

13:58 Die Schiris und Jan Glinker in Schwarz, die Mannschaft -also, meine- in gelb (gelb!)  mit rotgelben Ringelsocken … ich versuche, das Bild zu verdrängen … http://twitpic.com/7w7c

14:00 Und Feuer, Marianne! Anstoß Union.

14:03 Jedenfalls sind wir gut zu hören. Im Radio! Im Offenbacher Radio! Ganz großes Liebhaben.

14:06 Auf Anraten eines einzelnen Herrn gelbes Shirt gewählt.

14:09 Gelb für Kohlmann – … gut, dass ich nix rotes angezogen gehabt hatte.

14:12 Das hätt ich jetzt gerne gesehen … Stevie – Hand – natürliche Bewegung?!

14:13 Fast hat´s geklappert für´n OFC – aber hat wohl jeder so seinen Benyamina dabei: wenn übers Tor schwieriger ist als rein, dann schießt man drüber – sportlicher Ehrgeiz eben.

14:21 Jan Glinker – Fußballgott. Bilde einen Satz mit “heruntergepflückt”.

14:23 “LiRi” für Linienrichter hab ich ja auch noch nie gehört.

14:25 “Union optisch überlegen” schreibt kickersofc, und meint vermutlich unsere Trikots – denn “chancen nur für den ofc”

14:33  ”Jetzt wär ich empfänglich für das einszunull” meint das Moderatorenteam – Ecke für Offenbach.

14:34 Meine Fresse – das war knapp.  Auf der Linie geklärt von Bemben. http://twitpic.com/7wa1

14:35 Ich komme grad im Radio vor :) Was ein Liveblog ist, erklär ich dann mal wann anders.

14:38 Gelb für Böni.

14:42 Dochdochdoch, ganz bestimmt war das Abseits! -  Sag ich mal, so vom Radio aus. Puh! Nichts sehen können ist sehr anstrengend. Klingt nicht gut für uns.

14:45 Gelb für Mac Younga Mouhani.

HALBZEIT: NULL-ZU-NULL.

Steffen Menze  erinnert sich im OFC-Fanradio an gute & bessere Zeiten in Köpenick. Offenbar gibts alkoholfreies Bier *schüttel*  in Offenbach.

15:00 Stuffi für Kohlmann, sonst weiter wie gehabt.

15:01 Moderator findet Stevie sehr … wie heisst das noch?-  großformatig. Da ist ihm Christian Stuff wohl entgangen …

15:07 “Was mich am meisten ankotzt ist, dass die in Gelb uns immer den Ball wegnehmen”, O-Ton OFC-Fanradio. Spielen wir jetzt etwa nach vorne?

15:12 Hört sich an, als würden die Unsrigen durch einfaches Umrennen des Gegners zu verteidigen versuchen.

15: 13 Wechel beim OFC: Tosunoglu und Becker für Baier und Fröhlich.

15:15 Nein, das ist keine Alterserscheinung, das ist Marco Gebhardt, der ward gefoult, daher: Gelb für Becker. Das ging ja schnell.

15:16 Glücklicherweise können die Offenbacher auch nicht …

15:18  Rot für Karim – alle, die´s gesehen haben, sagen: zu Recht. Nachgetreten.

15:23 JAWOLLLLLL!!!!!!!!!!!! Mac macht das Eins-Null für Union. Unser Ticker beschreibt das technisch so: “Gebhardt setzt sich auf links durch, passt auf Younga, doch der zögert zu lange und spielt dann auf Dogan. Der scheitert an Wulnikowski, doch der Abpraller landet wiederum bei Younga, der ins leere Tor schiebt – 0:1″ – kickersofc fasst es in viel weniger Buchstaben, hat aber auch bloß 140 Zeichen.

15:27 Wiederum, Jan Glinker: Fußballgott!

15:29 “Neuhaus und Co. schmeißen Stühle um, weil Team sich zu offensiv verhält”, wird mir vom Spielfeldrand gesmst.

15:30 Der OFC wechselt, Malura für Zinnow.

15:32 Gelb für Stevie.

15:34 “Das werten wir mal als Torschuss – als ungefährlichen Torschuss”, tönt es aus dem OFC-Fanradio. “Ja aber, auf wessen Tor denn?”, frug ich mich. – Ach, is doch egal.

15:35 Mac raus, Menz rein, und Mac kassiert fast noch Gelbrot wegen Trödelns dabei.

15:36 Ausgleich durch Mesic. http://twitpic.com/7wez

15:38 Tosunoglu – Außennetz. *Schweißvonderstirnwisch*  Plädiere für Abpfeifen!

15:39 Gelb Tosunoglu. Freistoß uns. Nix.

15:42  Ecke OFC. Kopfball. Übers Tor.

15:45 Hollwitz rein, Böni raus.  Noch 2 Minuten.

15:46 Abpfeifenabpfeifenabpfeifen!

15:47 GOTTSEIDANK! Eins-zu-eins, und Feierabend. Ergebnis dem Vernehmen nach in Ordnung.  Karim kann nächste Woche irgenwas Schönes machen, Freunden beim Umzug helfen oder so, und Patsche wird wohl oder übel spielen müssen. Lang lebe Dustin Heun – möge er auch recht bald wieder aufm Platz stehen!

Wenigstens auswärts ist noch das, was es mal war.

Nämlich verdammt weit weg. Sehr gespannt sehe ich deshalb der Liveübertragung vom Bieberer Berg entgegen, die von kickersofc sehr gelobt wird, auch wenn ich auf  ein geringfügig anderes Ergebnis spekuliere.

(Derdiedas Podcast von der PK gibts hier. Hallo Presseabteilung von Union, jemand zuhause, grad?! Ich will sowas auch!)

Freundliche Übernahme.

Der Trainer stellt die Sinnfrage, und ich weiß die Antwort nicht.

Warum schaue ich trotzdem noch zu?

Ich kucke ja auch ganz oft weg, wenn Karim zwei Meter vorm Tor steht. Alleine. Mit viel Zeit. Also, was man beim Fußball landläufig unter “viel Zeit” versteht. Nicht genug für ein Minutenschnitzel, aber allemal Zeit, mir fünf funkelnagelneue graue Haare wachsen zu lassen. Zehnmal trifft er Pfosten-Torwart-Außennetz, und wenn ich mich schon gar nicht mehr hinzusehen traue,  schießt er nicht nur eines, sondern gleich zwei Tore. Einfach so.

Erinnert sich noch einer an seinen spektakulären Treffer in der 92. Minute, gegen den BFC Preussen, wenn ich mich recht erinnere, wir froren bei schlimmer Beschallung auf einem verregneten Sportplatz in dem Teil der Stadt, den ich jetzt mal unkonkret “Westberlin” nennen möchte, und der Ball pingpongte gefühlte drei Minuten zwischen Latte, Linie und Pfosten hin und her. Letztlich wurde daraus das 2:3 für Union, und mit Physik alleine konnteste das nicht erklären.

Wegen sowas schaue ich trotzdem noch zu, glaub ich. Und ihr so?

Und wir sind dann Helden für einen Tag.

“He Mörteltrine”, schreibt mir  mööp, “stehste noch am Mischer?” Gemeint ist die Baustelle An der Alten Försterei, die hoffentlich bald wieder in “Stadion An der Alten Försterei” umbenannt werden kann.

Ich enttäusche so ungerne Menschen, und ich kann auch wirklich viel besser Beton mischen als Kuchen backen, aber ich sags lieber gleich: Der Schmutz an meinen Hosenbeinen war eher auf allgemeine Ungeschicklichkeit denn auf aktive Teilnahme an den Abrissarbeiten zurückzuführen. Ich war fotografieren, nicht bauen*. Richtiger Weise hätte auf meinem Schild also “Stadionbauerfotogräfin” stehen müssen, oder “Stadionbauerbegleiterscheinung”. Das war aber zu lang.

Unions Stadionsprecher Christian Arbeit und  bunki dagegen, die haben sich rechtschaffen richtig dreckig gemacht. Und icke habs jesehen. Was soll einem Kerl so´n kleener Kugelschreiber, wenn er´n schönen großen Presslufthammer haben kann? Eben, eben.

Abends, als wir gingen, standen auf der Wuhleseite die ersten vier Wellenbrecher. Da drüben, sagt einer von den Männern, die schon länger auf der Baustelle sind, und zeigt auf die lange Gerade, da betoniert ihr bitte morgen meinen Schal ein: da steh ick immer, dit is mein Platz. Und den hab ick mir selber jebaut.

Und dann soll noch mal einer sagen, im Stadion lernste nüscht für´t Leben.

*Die Fotos kann man am Sonntag im Berliner Kurier besichtigen. Von dem Honorar werde ich Stadionbauerstunden kaufen, glaub ich. Damit ich das Prädikat Stadionbauer auch wirklich verdiene.

Das Leben ist eine Baustelle.